Die Lage
Im Land ist ein erheblicher Unterschied zwischen relativ reichen städtischen Zentren an der Küste und extrem armen Regionen in den Anden spürbar. Dieser Unterschied wird durch landesweit erhobene Statistiken nivelliert.
In den Departements Cajamarca und La Libertad, in denen Neue Horizonte Projekte fördert, leben 82% der Landbevölkerung ohne Strom, 85% ohne einen Anschluss an die Trinkwasserversorgung, 86% ohne Kanalisation.
Die meisten Familien bestehen im Schnitt aus 6-8 Mitgliedern, wobei im Landesdurchschnitt 34% jünger als 15 Jahre sind. Kinderreichtum gilt auch heute noch als Nachweis der Männlichkeit, weshalb viele Familienväter jegliche Art der Familienplanung ablehnen. Außerdem sichern viele Kinder die Versorgung im Alter, wenngleich die durch Armut bedingte Landflucht immer mehr Bewohner in die Slums der Städte und ihre Familien in den Zerfall treibt. Der südamerikanische Machismo prägt stark die Familienstrukturen. Der Mann kümmert sich um Anbau und Ernte, die Frau arbeitet auf dem Feld mit und ist für die Tierhaltung, den Verkauf der Waren, den Haushalt und die Erziehung der Kinder allein verantwortlich. Kinder werden bereits frühzeitig zu Arbeiten herangezogen, weshalb sie häufig nicht oder nur sehr unregelmäßig zur Schule gehen können.
Regierung, Verwaltung und Wirtschaft sind extrem zentralisiert. Das bedeutet, dass in der Hauptstadt Lima getroffene Entscheidungen den Bedürfnissen anderer Regionen nicht unbedingt gerecht werden. Die amtierende Regierung versucht derzeit, zu dezentralisieren.

