Wirtschaft
Wie nahezu überall in der "Dritten Welt" werden Saat und Ernte weniger durch den Eigenbedarf bestimmt als durch die Nachfrage am Weltmarkt (Zerstörung der Subsistenzwirtschaften).
Folgen sind Monokulturen und die Ausbeutung des Bodens, Einsatz von Kunstdünger, der die Bodenqualität noch weiter verschlechtert. Boden-Erosionen, in Südamerika begünstigt durch das Naturphänomen "El Niño", erschweren den Anbau erheblich, lange Regenzeiten schwemmen Böden ab und zerstören Felder und Ernten.
Der einfache Bauer erhält von oft skrupellosen Zwischenhändlern wenig Geld für seine landwirtschaftlichen Produkte, muss aber hohe Preise für nicht landwirtschaftliche Güter zahlen. Ehemals sich selbst versorgende Gemeinschaften werden so zerstört und durch gegeneinander konkurrierende Gruppen ersetzt, die ihre kulturelle Identität verlieren und Raubbau an der Natur begehen.
Die Spezialisierung vor allem auf Agrarprodukte und Rohstoffabbau vergrößert die Kluft zu den Industrieländern, das Verhältnis zwischen Im- und Export ("terms of trade") verschiebt sich immer weiter zu Ungunsten der Entwicklungsländer. Da importierte Industrieprodukte immer teurer werden, aber exportierte Agrarprodukte und Rohstoffe (mit wenigen Ausnahmen, wie etwa Rohöl) immer weniger Erlöse erzielen, wird die Zahlungsbilanz zunehmend schlechter. Durch jahrzehntelange Aufnahme immer neuer Kredite immer höhere Zinszahlungen machen ausgeglichene Staatshaushalte fast unmöglich.
Der Lebensstandard der Peruaner befand sich 2004 auf dem Stand von 1972 [1].
Der seit dem 28.07.07 regierende Präsident Alán García Pérez versucht, eine solide Wirtschafts- und Finanzpolitik aufzubauen. Peru erlebt derzeit eine wirtschaftliche Aufschwungphase. Es gibt 11 Sozialprogramme mit einem Gesamtvolumen von 900 Mio. US-$ zur Bekämpfung der Armut [2].
Sein Nachfolger im Amt, der am 28.07.11 vereidigte Ollanta Humala, will die Korruption bekämpfen und verhindern, dass das gesamte Kapital, das ausländische Konzerne vorwiegend durch den Abbau von Edelmetallen in Peru erwirtschaften, außer Landes gebracht wird.
Quellen
[2] Der Fischer Weltalmanach 2008, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt/M. 2007

