Projektziele
Neben dem Bau einer Gesundheitsstation sind Verbesserungen der Lebensverhältnisse wichtige Ziele.
Schlagworte: Gesundheitshelfer, Medizinische Kampagne, Gemüsegarten, Latrine, Kleintierzucht, Pango, Kochherd
Verbesserung der allgemeinen gesundheitlichen Situation
Errichtung einer Gesundheitsstation in Pango
Das Gesundheitsministerium hat den Bau der Station genehmigt und zugesagt, nach Abschluss des Projektes die Kosten für das Personal und den gesamten Betrieb zu übernehmen. Zusätzlich bezahlt der peruanische Staat eine Hebamme, eine Ernährungswissenschaftlerin und eine ausgebildete Ärztin im ersten Berufsjahr (Serumista).
Die medizinische Untersuchung sowie die Behandlung von Verletzungen, Impfungen und Betreuung in prä-, peri und postnatalen Phasen werden für alle Bewohner kostenlos gewährleistet. Für verschriebene Medikamente sollen sich die zu zahlenden Beiträge nach der ökonomischen Situation der Patienten richten. Kranke, deren Behandlung einen Spezialisten erfordert, müssen das Krankenhaus in Otuzco aufsuchen.
Beim Bau der Gesundheitsstation wird mit der Gemeinde zusammengearbeitet. Die Gemeinde stellt das Grundstück und die Arbeitskräfte zur Verfügung.
Die Bauplanung erfolgte nach Vorgaben des Gesundheitsministeriums. Die Station wird über folgende Räume verfügen:
- Wartesaal
- Behandlungsraum und Arztzimmer
- Kreißsaal incl. Toilette
- Raum für Geburtsvorbereitung, Säuglings- und Patientenzimmer
- Apotheke
- Lagerraum für Putzmittel etc.
- Personaltoilette und öffentliche Toilette
Das Gebäude hat eine Nutzfläche von 163 m²; der umbaute Raum (Maße über alles) beträgt 531 m³.
Schulung und Ausbildung von Gesundheitshelfern
Da in der Gesundheitsstation nur eine Krankenschwester und ein Medizintechniker (MTA) arbeiten, ist es wichtig, weitere Personen auszubilden, die mehr wissen als die normale Bevölkerung.
Geplant sind 5 Kurse an jeweils 3 Tagen und zwei Aufbauschulungen an jeweils 3 Tagen für 25 Teilnehmer aus den Gemeinden und 15 Lehrer der Schulen. Ziel ist die Vermittlung von Basiskenntnissen zu den Themen Gesundheit: Erstversorgung bei Krankheiten und Verletzungen, Hygiene und Prophylaxe, Basiswissen über Ernährung, Schwangerschaftsberatung, Sexualaufklärung.
Das peruanische Gesundheitsministerium erkennt diese Kurse offiziell an; die Teilnehmer werden Bestandteil des regionalen Gesundheitssystems, erhalten dafür jedoch keine Bezahlung. Als Anreiz erhalten sie z.B. einen Poncho, ein T-Shirt, eine Kappe, eine Taschenlampe, ein Paar Stiefel und eine Tasche – Dinge, die ihre tägliche Arbeit erleichtern werden.
Am Ende des Kurses erhält jeder Teilnehmer eine medizinische Grundausstattung bestehend aus Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, Waage, Schere und Pinzette, sowie eine Bescheinigung über den Abschluss des Kurses.
Gesundheitskampagnen
Ziele sind die allgemeine und vor allem zahnärztliche Untersuchung und Behandlung von 1.000 Kindern in den Schulen und 1.000 Erwachsenen in den Gemeinden. Dazu sind jeweils 10 Kampagnen in Schulen und Gemeinden geplant. Die Kampagnen sollen einen Überblick über die gesundheitliche Situation der Bevölkerung verschaffen. Ebenso dienen sie der gesundheitlichen Prophylaxe, denn es wird immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die Menschen erst in einem sehr späten Stadium einer Krankheit, den Weg zur Gesundheitsstation machen.
Die Untersuchungen werden durch einen Allgemeinmediziner und einen Zahnarzt durchgeführt und durch das Projektpersonal begleitet.
Diese Gelegenheit wird auch zur großflächigen Verteilung von Informationsbroschüren zur Gesundheitsaufklärung genutzt. Zur Teilnahme wird über Radiosendungen aufgerufen, die Kampagnen finden an Wochenenden statt, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Die Teilnahme ist kostenlos.
Information
Damit die Bevölkerung zum Thema Gesundheit ausreichend informiert wird, werden die Aktivitäten im Laufe des Projektes durch Herausgabe von Informationsbroschüren und Handzetteln sowie Radiosendungen begleitet. Die Broschüren und Handzettel sind reich bebildert, damit auch Analphabeten erreicht werden. Das Material wird in Schulen und Gemeinden verbreitet und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung und Sensibilisierung für Gesundheitsthemen. Es dient auch der Motivation zur Beteiligung am Projekt und seinen Komponenten.
Die Themen der Broschüren werden unter Beratung mit Vertretern des Gesundheitsministeriums den örtlichen Gegebenheiten entsprechend ausgewählt
Verbesserung der sanitären Verhältnisse der Familien im Wohnumfeld
Bau von 280 Kochherden
Atemwegserkrankung ist unter den Einwohnern eine der am häufigsten anzutreffenden Krankheiten. Sie wird insbesondere durch die Kochgewohnheiten, nämlich am offenen Feuer am Boden in der Hütte und ohne Rauchabzug, verursacht. Die Erfahrung des peruanischen Projektpartners hat gezeigt, dass durch den Bau von Kochherden, die mit Rauchabzug ausgerüstet und vom Boden erhöht sind, Atemwegserkrankungen wesentlich reduziert werden können. Auch verhindern Kochherde die Verletzungsgefahr bei Kleinkindern, die bei offenen Kochstellen hoch ist. Im Rahmen dieses Projekts sollen 280 dieser Herde gebaut werden.
Die begünstigten Familien werden durch die Gemeindeversammlung ausgewählt. Wesentliches Kriterium ist dabei neben der Bedürftigkeit ihre Mitwirkung im Projekt. Sie beteiligen sich durch Einbringen von Eigenleistung (Arbeitskraft, Transport, Kies, Sand), der Rest kommt aus dem Projekt. Durch die erbrachte Eigenleistung wird in hohem Maße die Nachhaltigkeit der Maßnahme gefördert.
Bau von 252 Latrinen
Häufige Ursache von Infektionen, die bei Kindern oft zu Durchfall führen, ist das Fehlen von Toiletten. 30% der Bevölkerung benutzen Latrinen, die aber meist defekt sind und 70% haben gar keine. Offene Felder in der Nähe der Häuser werden als Toiletten benutzt.
Die Latrinen bestehen aus einer Betonabdeckung mit Wänden und Dach aus Wellblech, sowie einer Holztür. Sie werden über einen Kamin entlüftet.
Wie bei den Herden helfen die Begünstigten durch Eigenarbeit, Transport und Material, das in der Umgebung zu finden ist. Anleitungsseminare zum Bau, zur Nutzung und zum Thema Hygiene werden vor, während und nach der Installation der Latrinen durchgeführt. Wie bei den Kochherden ist auch hier ein wichtiger Faktor für die Nachhaltigkeit die Eigenleistung und hohe Beteiligung der Familien beim Bau.
Verbesserung der Ernährungssituation der Familien
Kleintierzucht
Die Familien beziehen ihre Einkommen aus der Landwirtschaft. Diese Einkommen sind aber weder regelmäßig noch sicher, weil oft Wassermangel herrscht. Eine Alternative zur Sicherung des Lebensunterhalts ist die Kleintierhaltung. Eine verbesserte Züchtung von Meerschweinchen, die größer sind als die "normalen", soll es ermöglichen, dass die Familien mehr Fleisch essen können und sich weitere Einkommensquellen erschließen.
Die Zucht besteht aus je 30 Modulen in 3 Phasen. Ein Modul besteht in der ersten Phase aus 2 Männchen und 8 Weibchen. Davon stammen 4 Weibchen aus dem Tierbestand der beteiligten Familien, d.h. diese Weibchen sind herkömmlicher Art und kleiner als die neuen. Jeweils zwei Familien sind für ein Modul verantwortlich, also für 10 Meerschweinchen. Alle Tiere werden zur Erzielung optimaler Zuchtergebnisse gekreuzt. Jeweils in der zweiten und dritten Phase werden die Männchen an andere Familien weitergegeben und wiederum jeweils 4 Weibchen für die verantwortlichen Familien dazu gekauft. Diese können dann ebenfalls züchten, so dass 90 Familien davon profitieren.
Die Fortpflanzungsdauer liegt bei etwa 3 Monaten, im Alter von 5 Monaten können die Tiere verkauft oder verzehrt werden. Die verbesserten Tiere können zum bis zu 2,5-fachen des üblichen Preises verkauft werden; Ein Teil der Verkaufserlöse wird zur Sicherung der Nachhaltigkeit in die Zucht reinvestiert
Aufbau von 10-12 Gemüsegärten
Zur Verbesserung der Ernährung der Familien sollen 10-12 Gemüsegärten angelegt werden. Es soll vermittelt werden, wie man ortsübliche Gemüse und Kräuter anbaut. Auf Grund der Erfahrungen der Agrarexperten beim Projektträger werden auch ausgewählte Kartoffelarten angebaut.
5 Familien sollen je einen Garten einrichten. Dass das nicht mehr sind, hängt mit der geographischen Lage zusammen, denn die Familien wohnen in den Anden sehr weit voneinander entfernt. Die Lage eines jeden Gartens hängt von der Fläche verfügbaren Ackerlandes und den Interessen der beteiligten Familien ab. Einige Gärten sollen in Schulen angelegt werden. In den Gärten erzeugte Produkte sollen selbst verzehrt oder verkauft werden. Verkaufserlöse werden reinvestiert und dienen so der Nachhaltigkeit der Gemüsegärten und dem Aufbau weiterer Gärten für andere Familien. Da in den Andengebieten die Mundpropaganda sehr gut funktioniert, ist zu erwarten und beabsichtigt, dass der Aufbau von Gemüsegärten weiter Schule macht.